Pescetarier – (Kein Fleisch) Was darf man essen?

Unter einem Pescetarier versteht man einen Menschen, der Fleisch ablehnt, dafür aber Fisch isst. Fälschlicherweise wird immer mal wieder behauptet, dass Vegetarier auch Fisch essen, das stimmt aber nicht. Die korrekte Definition lautet in diesem Fall einzig und alleine „Pescetarier.“

Das solltest du über Pescetarier wissen

  • Bei Pescetariern kommt weder Fleisch, noch Wurst auf den Teller, dafür aber Fisch. Genauer gesagt essen Pescetarier kein Fleisch von wechselwarmen Tieren wie Rind, Schwein, Geflügel & Co. Sie stellen also eine Untergruppe der Vegetarier dar, werden aber nicht als Vegetarier bezeichnet
  • Manche Pescetarier essen Meeresfrüchte, andere nicht
  • Wer statt Fleisch Fisch isst, lebt in der Regel gesünder, da im Fisch wertvolle Omega 3 Fettsäuren stecken

Was können Pescetarier essen?

Vegetarier, Veganer, Pescetarier, Ovo Vegetarier – noch nie gab es so viele Ernährungsformen wie heute. Doch was genau kann ein Pescetarier denn nun eigentlich essen? Ziemlich viel. Ein Pescetarier verzichtet zwar auf Fleisch und Wurst, dafür isst er aber vermehrt Fisch und Meeresfrüchte. Die Essensauswahl ist also gar nicht so sehr eingeschränkt.

Rezepte für Pescetarier

Pescetarier haben eine riesige Bandbreite an Lebensmitteln zur Auswahl und selbstverständlich ist es auch hier wichtig, dass Gemüse auf den Tisch kommt. Aber das ist ja auch kein Problem, denn zu Fisch passt Gemüse ganz hervorragend. Auch Vollkornreis kann prima mit Fisch und Gemüse kombiniert werden. Sogar ein Burger kann mit Fisch serviert werden anstatt mit Fleisch. Im Sommer beim Grillen müssen auch Pescetarier nicht verzichten, denn Fisch eignet sich prima für den Grill. Pizza und Lasagne können für Pescetarier entsprechend angepasst werden. Der Verzicht hält sich also in Grenzen.

Die Geschichte des Pescetariers

Das Wort Pescetarier trat zum ersten Mal im Jahre 1993 in Erscheinung. Es stammt ab vom lateinischen Wort Pesics für Fisch. Es wird damit allerdings keine Aussage gemacht über die Häufigkeit, mit der Pescetarier Fisch essen. Wenn ein Vegetarier beispielsweise nur einmal im Jahr Fisch isst, wäre er damit laut Definition kein Vegetarier mehr, sondern ein Pescetarier.

Vermutlich treten Pescetarier in der letzten Zeit deswegen immer häufiger in Erscheinung, weil das Bewusstsein für die schlechten Zustände in der Massentierhaltung immer mehr in den Focus rückt und viele dies nicht mehr unterstützen wollen. Hinzu kommen die gesundheitlichen Nachteile von Fleisch und Wurst. Es scheint also naheliegend zu sein, Pescetarier zu werden.

Fest steht: in Zeiten der Massentierhaltung und Umweltzerstörung steigt die Zahl der Pescetarier jährlich immer weiter an. Mittlerweile ernähren sich schätzungsweise bereits 300 Millionen Menschen weltweit auf diese Weise.

In Ländern, in denen reichlich Fisch vorhanden ist, ist die Anzahl der Pescetarier noch höher.

Gründe, warum man Pescetarier wird:

Tja, warum eigentlich wird man Pescetarier und nicht gleich Vegetarier? Das hat mehrere Gründe.

  1. Fisch oder Fleisch?

Lange Zeit hieß es, dass Fische keine Schmerzen empfinden können. Und ehrlicherweise haben viele Menschen mit Fischen einfach weniger Mitleid als zum Beispiel mit Kuh oder Schwein. Insofern scheint es Pescetarier tolerabel, Fisch zum Verzehr zu töten, andere Tiere aber nicht. Hinzu kommt: es gibt auch Fische, die nicht aus Massentierhaltung bzw. Aquakulturen kommen, und von denen Pescetarier meinen, ohne schlechtes Gewissen verzehren zu können.

2. Gesundheitliche Gründe

Dass Fleisch ungesund ist, weiß heute fast jeder. Mit Fisch sieht es ein wenig anders aus. Fisch wird von den meisten Ernährungswissenschaftlern (noch) als gesund eingestuft. Er enthält wichtige Omega 3 Säuren, die das Herz Kreislauf System schützen. Dies wiederum hemmt Entzündungen und schützt vor Herz-Kreislauferkrankungen.

Pescetarier: Vorteile und Nachteile 

Der Vorteil ist zum einen, dass das Speisenangebot deutlich weniger eingeschränkt ist als jenes von Vegetariern. Fast in jedem Restaurant gibt es als Alternative zu Fleisch auch Fisch.

Und natürlich ist da auch der bereits erwähnte gesundheitliche Effekt: Wer keinen Fisch isst, sollte gut darauf achten, ausreichend Omega 3 Fettsäuren zu sich zu nehmen, zum Beispiel in Form von Hanf.

Aber es gibt auch Nachteile. Denn eines darf man nicht vergessen: Unsere Meere sind längst überfischt. Wenn weiterhin so viel Fisch gegessen wird wie bisher, so sagen es Berechnungen voraus, sind unsere Meere bis zum Jahr 2050 leer gefischt.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Fisch eben nicht immer gesund ist. Es kommt nämlich sehr darauf an, wo der Fisch herkommt. Häufig sind Fische mit Antibiotika belastet. Einige Speisefische sind sogar so sehr mit Quecksilber belastet, dass Schwangere und Stillende vor dem Verzehr gewarnt werden. Dazu gehören Heilbutt, Schwertfisch, Hecht, Rotbarsch, Aal und Thunfisch.

Generell gilt: Fisch mit hohem Fettanteil ist meist stärker mit Schadstoffen belastet als magerer Fische. Fisch, die aus Gewässern in Küstennähe oder Binnenmeeren kommen, enthalten oftmals höhere Konzentrationen an Giftstoffen als Tiere aus dem offenen Ozean.

Weiteres Problem: der Beifang. In sehr vielen Fischereien gibt es Beifang, das heißt, dass außer der Zielart auch noch andere Arten mitgefangen und getötet werden. Die Todesrate hierbei ist erschreckend hoch und es trifft bei weitem nicht nur andere Fische, sondern auch Seevögel, Schildkröten und Delphine.

(Quelle https://www.greenpeace.de/themen/meere/beifang)

Außerdem werden viele Fische mit Fischmehl weiterer Futterfische gefüttert, die ebenfalls erst gefangen werden müssen. Du siehst schon: auch beim Thema Fischfang gibt es viele Schattenseiten und es lohnt sich, sich umfassend mit der Materie auseinanderzusetzen.

Mangelerscheinungen bei Pescetarier

Haben Pescetarier mehr Mangelerscheinungen als andere? Normalerweise nicht. Es kommt aber natürlich sehr darauf an, was konkret gegessen wird. B12 spielt zwar bei veganer Ernährung eine Rolle, für Pescetarier dürfte dieses Vitamin aber nicht kritisch sein. Pescetarier sollten aber darauf achten – genau wie auch alle anderen – dass ihr Vitamin D Spiegel ausreichend hoch ist. Denn Vitamin D wird vorwiegend durch Aufenthalte an der Sonne produziert. Somit ist dieses es Vitamin aber unabhängig von der Ernährung möglicherweise kritisch.

Pescetarier und die Umwelt

Die Überfischung der Meere ist zweifellos ein ernst zu nehmendes Problem beim Konsum von Fischen. Sowohl Fisch als auch Meeresfrüchte werden immer knapper, durch Überfischen und schädliche Fangmethoden schrumpfen die globalen Fischbestände immer mehr, was eine Bedrohung für den Fortbestand ganzer Arten bedeutet. Dabei wird die Meeresumwelt erheblich geschädigt.

Wichtig ist also, auf nachhaltige und ökologische Fischerei zu achten. Doch diese gibt es nicht mehr allzu häufig.

(Quellen https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/welchen-fisch-kann-man-noch-essen, https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/essen-trinken/fisch#gewusst-wie)

Pescan, eine Unterform von Pescetarier

Auch eine pescane Ernährung könnte interessant sein, vor allem, wenn es um gesundheitliche und Umweltaspekte geht. Denn Milchprodukte gelten längst nicht mehr wirklich als gesund und umweltfreundlich schon gar nicht. Das würde also bedeuten, dass Pescetarier ausschließlich Pflanzen konsumieren, dazu aber 1-3 Portionen Fisch pro Woche. Für viele könnte auch das ein guter Kompromiss sein, bei dem von den gesundheitlichen Vorteilen des Fisch profitiert wird.

Das Wort pescan existiert übrigens nicht offiziell, sondern ist nur eine Wortschöpfung aus vegan und Pescetarier.

Häufige Fragen zum Thema Pescetarier

Lebens Pescetarier gesund?

  • Das kann man so nicht pauschal sagen. Pescetarier leben vermutlich deshalb gesund, weil sie ausreichend mit Omega 3 Fettsäuren versorgt werden, die im Fisch stecken. Hier haben sie einen klaren Vorteil gegenüber Vegetariern und Veganern (wobei diese ihren Bedarf auch aus pflanzlichen Quellen oder aus Algen decken können).
  • Dem gegenüber steht aber eben den Nachteil, der bereits weiter oben angesprochen wurde, nämlich, dass Fisch eben nicht immer so gesund ist, wie es scheint. Speisefische sind heute oftmals mit Umweltgiften belastet, zeitweise ging man sogar davon aus, dass einige Lachsarten zu den giftigsten Lebensmitteln der Welt gehören.

Man kann also nicht behaupten, das Pescetarier generell gesünder oder weniger gesund leben als Veganer oder Vegetarier. Es kommt nämlich schlichtweg darauf an. Und zwar nicht nur darauf, welchen Fisch sie konkret essen, sondern auch, was sie sonst noch so auf dem Teller haben – Fast Food, vollwertige Lebensmittel, viel Gemüse und Hülsenfrüchte, Frischkost oder eben auch nicht. Pauschalaussagen sind also immer schwierig.

Kann man als Pescetarier schneller abnehmen?

Grundsätzlich kann man auch das nicht so sagen. Wie immer, kommt es nämlich sehr darauf an, was genau gegessen wird und wieviel davon. Pescetarier ist also, genau wie Vegetarismus oder Veganismus, keine Diät, es ist lediglich eine Art von Ernährung.

Wer Fisch isst, kann dies zum Beispiel in Form von Fischstäbchen oder Fast Food tun, er kann aber auch immer mal wieder magere Fischsorten verzehren und dies mit viel Gemüse kombinieren. Wer sich mit der Ernährung auseinandersetzt und gut darauf achtet, was er sitzt, kann damit durchaus Gewicht verlieren und langfristig nicht nur abnehmen, sondern auch Muskeln aufbauen. Generell kann man aber nicht sagen, dass Pescetarier schneller abnehmen als andere, denn immerhin dürfen auch bei Pescetarier Pommes, Zucker, Süßkram & Co. auf dem Speiseplan stehen.

Welchen Fisch können Pescetarier essen?

Wie bereits weiter oben erwähnt, können Pescetarier nicht jede Art von Fisch bedenkenlos essen. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an Fisch Einkaufsratgebern (unter anderem von Greenpeace), in denen Empfehlungen abgegeben werden für Fisch, die bedenkenlos verzehrt werden können.

Empfehlenswert sion unter anderem Alaska Seelachs aus zertifizierten Fanggebieten im Nordwest- und Nordostpazifik, Heilbutt aus dem Nordwest- und Nordostatlantik, Hering aus dem Nordostatlantik und Kabeljau, darüber hinaus auch noch einige weitere.

Wenn du sich für nachhaltigen Fischfang interessierst, solltest du dir am besten eine Broschüre bei Greenpeace oder der Verbraucherzentrale Hamburg bestellen.

Alles besonders gesund gelten übrigens Hering, Makrele und Atlantischer Seelachs, aber natürlich sollte auch dieser aus nachhaltigen und zertifizierten Fanggebieten kommen.

Fazit: gerade für Pescetarier ist es wichtig, auf die Qualität der Fisch zu achten – nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch der Umwelt zuliebe.